Die nächsten ERC-Ausschreibungen für 2027 rücken näher. Wer einen ERC-Antrag plant, sollte sich frühzeitig mit der Vorbereitung beschäftigen. Denn eine gute Forschungsidee allein reicht nicht aus: Der Antrag muss eine klare wissenschaftliche Vision vermitteln, das Innovationspotenzial des Projekts deutlich machen und nachvollziehbar darstellen, wie das Projekt umgesetzt werden soll.
Jetzt ist deshalb ein guter Zeitpunkt, die eigene Idee kritisch zu prüfen und die nächsten Schritte zu planen.
Bitte beachten Sie: Diese Termine sind vorläufig und sollten stets anhand der aktuellsten Informationen des ERC und des EU-Portals für Fördermittel und Ausschreibungen überprüft werden.
Für einen überzeugenden ERC-Antrag braucht es mehr als nur eine starke wissenschaftliche Idee. Entscheidend sind eine klare Vision, eine schlüssige Darstellung des Potenzials für einen weitreichenden wissenschaftlichen Fortschritt, ein stimmiges Projektkonzept sowie ein Principal Investigator (PI), dessen Profil gut zum geplanten Forschungsvorhaben passt.
In der Praxis zeigen sich viele Schwächen eines Antrages bereits vor der eigentlichen Ausarbeitungsphase. Ist das Kernkonzept nicht ausreichend durchdacht, der wissenschaftliche Fortschritt nicht erkennbar oder stützt die Methodik das angestrebte Ziel nicht ausreichend, dürfte es schwierig werden, die Gutachter zu überzeugen – selbst wenn die zugrunde liegende Forschung großes Potenzial hat.
Vor der Ausarbeitung des vollständigen Antrags sollte daher geprüft werden, ob das Projekt inhaltlich und konzeptionell gut durchdacht ist.
Dabei geht es nicht nur darum, ausreichend Zeit für die Ausarbeitung des Antrags einzuplanen. Entscheidend ist vielmehr, ob das Projekt inhaltlich so weit entwickelt ist, dass es im ERC-Auswahlverfahren bestehen kann. Ein Antrag kann formal gut aufgebaut sein und dennoch nicht bereit für die Einreichung sein, wenn:
ERC-Anträge werden nach wissenschaftlicher Exzellenz bewertet. Entscheidend ist daher, dass das Projekt sowohl einen hohen wissenschaftlichen Anspruch als auch eine überzeugende Umsetzbarkeit erkennen lässt. Gleichzeitig sollte klar hervorgehen, warum die Forschung relevant ist, welches wissenschaftliche Potenzial sie bietet, warum der PI über das passende Profil verfügt und warum der gewählte Ansatz geeignet ist, die angestrebten wissenschaftlichen Ziele zu erreichen.
Ein überzeugender ERC-Antrag sollte auf einer klaren Vision aufbauen.
Ein hilfreicher Test ist die folgende Frage:
Was wird nach diesem Projekt möglich sein, was heute noch nicht möglich ist?
Lässt sich die Antwort nur schwer formulieren, sind die wissenschaftlichen Ambitionen des Vorhabens möglicherweise noch nicht klar genug herausgearbeitet.
Die Forschungsvision sollte über eine Beschreibung des Projektthemas hinausgehen. Sie sollte deutlich machen, welche wissenschaftliche Herausforderung, welche zentrale Wissenslücke besteht und welche neuen Erkenntnisse oder Forschungsansätze das Projekt ermöglichen soll.
ERC-Projekte sollen nicht nur wissenschaftlich exzellent, sondern auch besonders ambitioniert und wegweisend sein. Entscheidend ist, dass sie das Potenzial haben, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu ermöglichen und die Forschung in ihrem Gebiet maßgeblich voranzubringen. Eine häufige Schwäche von ERC-Anträgen ist, dass die Neuartigkeit und wissenschaftliche Ambition des Vorhabens zwar vorhanden, aber nicht deutlich genug herausgearbeitet werden. Was für den PI auf der Hand liegt, muss auch für den Gutachter schnell und klar erkennbar sein.
Der Antrag sollte daher von Anfang an deutlich machen:
Viele Anträge erklären, was untersucht werden soll. Ein überzeugender ERC-Antrag macht darüber hinaus deutlich, was sich dadurch wissenschaftlich grundlegend verändern kann.
Bei einem ERC-Antrag zählt nicht nur die Qualität des Projekts. Ebenso wichtig ist, dass der PI über die passende wissenschaftliche Expertise verfügt und die nötige Eigenständigkeit und Originalität für die Umsetzung des Forschungsvorhabens mitbringt.
Das gilt insbesondere für Starting Grants. Hier müssen PIs zeigen, dass sie das Potenzial haben, ein eigenständiges wissenschaftliches Profil zu entwickeln.
Ein überzeugender Antrag sollte daher deutlich machen:
Der Lebenslauf und die bisherigen wissenschaftlichen Leistungen sollten dabei mehr sein als eine reine Auflistung von Stationen und Ergebnissen. Sie sollten deutlich machen, dass der PI über die wissenschaftliche Eigenständigkeit, Originalität und Erfahrung verfügt, die für die erfolgreiche Umsetzung des Forschungsvorhabens erforderlich sind.
ERC-Anträge werden von Gutachterinnen und Gutachtern gelesen, die mit dem jeweiligen Fachgebiet unterschiedlich vertraut sein können. Der Antrag sollte daher fachlich fundiert und zugleich auch für ein breiteres Fachpublikum verständlich bleiben.
Eine schlüssige Darstellung sollte einen klaren roten Faden erkennen lassen:
Forschungsfragen und Ziele sollten sich konsequent aus der übergeordneten wissenschaftlichen Vision ableiten. Entscheidend ist, dass Gutachter schnell verstehen, worum es im Projekt geht, warum es relevant ist und welchen wissenschaftlichen Fortschritt es ermöglichen kann.
Klarheit ist daher mehr als eine Frage des Schreibstils. Sie ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die wissenschaftliche Idee und ihr Potenzial überzeugen können.
Ein überzeugender ERC-Antrag braucht einen Projektaufbau, der die wissenschaftliche Vision konsequent in ein schlüssiges Forschungsvorhaben übersetzt. Die Forschungsfragen, Methodik und Arbeitspakete sollten alle auf dasselbe übergeordnete Ziel ausgerichtet sein. Wenn Arbeitspakete wie separate Miniprojekte wirken, kann der Antrag schnell fragmentiert erscheinen.
PIs sollten prüfen, ob:
Besonders wichtig ist das Zusammenspiel von wissenschaftlicher Ambition und Machbarkeit. Ein Antrag sollte ambitioniert genug sein, um im ERC-Kontext relevant zu sein, zugleich aber so schlüssig konzipiert, dass die Gutachter von der Umsetzbarkeit des Vorhabens überzeugt sind.
Hilfreich ist es, den Antrag konsequent aus Sicht der Gutachter zu lesen.
Für sie soll schnell erkennbar sein:
Ein überzeugender ERC-Antrag sollte sowohl Begeisterung für die Forschungsidee als auch Vertrauen in ihre Umsetzbarkeit vermitteln. Teil B1 sollte die Vision, die zentralen Forschungsfragen und das Potenzial des Projekts klar herausarbeiten. Teil B2 sollte nachvollziehbar darlegen, wie die Forschungsziele methodisch erreicht werden sollen und wie mit den damit verbundenen Herausforderungen und Risiken umgegangen wird.
Es gibt keinen einheitlichen Zeitplan für die Vorbereitung, der für alle Antragsteller gilt. Überzeugende ERC-Anträge entstehen jedoch selten in letzter Minute.
Ein typischer Vorbereitungsprozess könnte wie folgt aussehen:
6–12 Monate vor Ablauf der Einreichungsfrist Entwickeln Sie die wissenschaftliche Kernidee, prüfen Sie deren Neuartigkeit und Ambition und holen Sie frühzeitig Feedback ein.
3–6 Monate vor Ablauf der Einreichungsfrist Erarbeiten Sie einen ersten vollständigen Entwurf, konkretisieren Sie die Forschungsfragen und bringen Sie die wissenschaftliche Ambition mit der Machbarkeit in Einklang.
2–3 Monate vor Ablauf der Einreichungsfrist Prüfen Sie den Antrag kritisch auf mögliche Schwachstellen und arbeiten Sie an Klarheit, Kohärenz und einem durchgängigen roten Faden. In dieser Phase ist externes Feedback besonders sinnvoll, da noch genügend Zeit bleibt, um größere Änderungen sinnvoll umzusetzen.
Letzte Wochen Konzentration auf Feinschliff, Formatierung, Konsistenzprüfungen und die Vorbereitung der Einreichung. In dieser Phase lassen sich größere konzeptionelle Änderungen nur noch schwer umsetzen.
Mit Blick auf die kommenden ERC-Deadlines bedeutet das, dass Antragsteller frühzeitig am wissenschaftlichen Konzept, an der Logik des Antrags und an seiner Positionierung arbeiten sollten.
PNO Innovation begleitet Wissenschaftler während des gesamten ERC-Antragsprozesses, von der ersten Einschätzung der Projektidee über die Prüfung und Weiterentwicklung des Projektkonzepts und des Antrags bis hin zum Interview Training.
PNO ERC-Unterstützung entdecken
Unsere Leistungen rund um ERC-Anträge umfassen:
In den letzten zehn Jahren hat PNO mehr als 500 ERC-Antragsteller in ganz Europa unterstützt, darunter bei Anträgen für Starting Grants, Consolidator Grants, Advanced Grants, Synergy Grants und Proof of Concept Grants in den Bereichen Physik und Ingenieurwissenschaften, Life Sciences sowie Sozial- und Geisteswissenschaften.
Unsere ERC-Spezialistinnen und -Spezialisten verfolgen zudem jährlich die Änderungen im ERC-Arbeitsprogramm. So können wir unsere Beratung laufend an die aktuellen Anforderungen anpassen.
Laden Sie die kostenlose ERC-Checkliste (EN) herunter, und prüfen Sie, ob Ihr Projekt bereit ist für die Antragserstellung.
Oder wenden Sie sich an unsere ERC Excellence Group: erc@pnoinnovation.com
29/09/2026
24/09/2026
22/09/2026
Erfahren Sie, wie unsere Experten Ihre Innovation fördern können.
Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen
*Pflichtfelder
This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.
Berücksichtigen Sie die Umwelt, bevor Sie drucken
Drucken