Die Europäische Kommission bereitet mit der IF26 Heat Auction ein neues Förderinstrument für die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme vor. Der veröffentlichte Entwurf der Förderbedingungen zeigt, welche Projekte künftig Chancen auf Unterstützung haben. Für viele energieintensive Unternehmen kann die Auktion ein wichtiger Baustein sein, um fossile Wärme durch klimafreundlichere Alternativen zu ersetzen.
Das Programm ist mit 1 Milliarde Euro ausgestattet und soll Investitionen in elektrifizierte, direkt erneuerbare oder nukleare Wärmelösungen beschleunigen. Förderfähig sind zum Beispiel Wärmepumpen, Elektrodenkessel, Plasmaerhitzung, Solarthermie, Geothermie oder kleine modulare Reaktoren zur industriellen Wärmeerzeugung.
Im Mittelpunkt steht ein wettbewerbliches Bieterverfahren: Unternehmen geben an, welche Förderung sie pro erzeugter Wärmeeinheit benötigen. Daraus wird berechnet, wie hoch die Kosten pro vermiedener Tonne CO₂ sind. Projekte mit besonders niedrigen Minderungskosten werden zuerst berücksichtigt. Wer ein Gebot abgibt, muss die passende Prämie also selbst festlegen. Genau darin liegt eine große Chance, aber auch eine strategische Herausforderung.
Die Heat Auction wurde als Pilot für die künftige Industrial Decarbonisation Bank konzipiert. Das Verfahren folgt einem klaren Prinzip:
Gebote werden in zwei Kategorien eingereicht, den sogenannten „Auction Baskets“:
* Projekte im Bereich von 80–100 °C können ebenfalls in der Kategorie für mittlere Temperaturen förderfähig sein. Voraussetzung ist eine Leistung von mehr als 10 MW sowie der Einsatz von Wärmepumpen mit einem COP > 1,5, direkt erneuerbarer Wärme oder nuklearer Wärme.
Die Gebote erfolgen nach dem „Pay-as-bid“-Prinzip, das heißt: Jeder erfolgreiche Bieter erhält die von ihm beantragte Prämie, anstatt eines einheitlichen Zuschlagspreises.
Die IF26 Heat Auction richtet sich vor allem an Industrien mit Prozesswärmebedarf im mittleren oder hohen Temperaturbereich. Dazu gehören die Chemie- und Petrochemieindustrie, die Metall- und Glasherstellung, die Papier- und Keramikindustrie sowie die Lebensmittelverarbeitung, Textilindustrie und Baustoffproduktion
Über den Auction-as-a-Service-Mechanismus können Mitgliedstaaten zusätzliche nationale Mittel bereitstellen. Dieses Instrument wurde bereits in früheren Auktionen des Innovation Funds genutzt. Ob und in welchem Umfang es für die IF26 Heat Auction nationale Aufstockungen geben wird, hängt von den Beiträgen der teilnehmenden Mitgliedstaaten ab. Weitere Informationen werden erwartet, sobald die entsprechenden Zusagen vorliegen.
Die IF26 Heat Auction bietet erhebliche Förderchancen. Gleichzeitig sind die Anforderungen anspruchsvoll. Unternehmen sollten daher frühzeitig prüfen, ob Projektkonzept, Zeitplan, Genehmigungen und Finanzierungsstruktur zu den Vorgaben passen.
Besonders wichtig sind folgende Punkte:
Der Call soll im Dezember 2026 veröffentlicht werden. Anträge können dann voraussichtlich bis Februar 2027 eingereicht werden. Die endgültigen Förderbedingungen werden für Herbst 2026 erwartet.
Für Industrieunternehmen mit hohem Wärmebedarf kann die IF26 Heat Auction ein wichtiger Finanzierungsbaustein auf dem Weg zur Klimaneutralität sein. Entscheidend ist jedoch eine sorgfältige Vorbereitung: Nur wer die Förderlogik versteht, die eigene Kostenstruktur realistisch einschätzt und eine überzeugende Gebotsstrategie entwickelt, hat gute Chancen auf Erfolg.
Unsere Expertinnen und Experten haben in den vergangenen Jahren zahlreiche energieintensive Unternehmen und Konsortien erfolgreich bei Anträgen im Rahmen des Innovation Funds begleitet. Nehmen Sie Kontakt mit unseren Fachleuten für Energie, Chemie und Hochtemperaturindustrien auf über das Kontaktformular am Ende dieser Seite oder telefonisch unter (0211) 650 400 20.
14/08/2026
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