April 15, 2026

Neue Entwicklungen bei Klimaschutzverträgen

Ausschreibungsrunde 2026 in Vorbereitung

Die Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference, CCfD) gewinnen zunehmend an Bedeutung als Instrument der industriellen Transformation in Deutschland. Nach der ersten Ausschreibungsrunde im Jahr 2024 zeichnet sich für 2026 eine deutliche Skalierung sowie inhaltliche Anpassung ab.

 

Neue Ausschreibungsrunde 2026: Deutliche Ausweitung geplant

Die Bundesregierung bereitet derzeit die nächste große Gebotsrunde für Klimaschutzverträge vor. Im aktuellen Haushaltsentwurf sind dafür rund 6 Milliarden Euro vorgesehen – ein signifikanter Anstieg gegenüber der ersten Runde 2024 mit etwa 4 Milliarden Euro.

Das Auktionsverfahren soll voraussichtlich Mitte 2026 beginnen. Damit wird das Instrument nicht nur fortgeführt, sondern klar ausgebaut.

Vorverfahren läuft bereits seit 2025

Zur Vorbereitung der kommenden Ausschreibung wurde bereits im Oktober 2025 ein Vorverfahren gestartet, das bis zum 1. Dezember 2025 lief. Die Teilnahme daran ist Voraussetzung für Unternehmen, die 2026 ein Gebot abgeben möchten, und grenzt den Teilnehmerkreis entsprechend frühzeitig ein.

Ziel dieses vorgelagerten Prozesses ist es:

  • eine bessere Ausgestaltung der Förderung zu erreichen
  • die Industrie frühzeitig einzubinden
  • einen ausreichenden Wettbewerb in der Auktion sicherzustellen

 

Geplante Anpassungen der Rahmenbedingungen

Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen sind im Rahmen der kommenden Ausschreibungsrunde weitere Änderungen vorgesehen.

Nach aktuellem Stand plant das das Wirtschaftsministerium, die Klimaschutzverträge trotz bestehender Haushaltsrestriktionen fortzuführen – jedoch mit angepassten Rahmenbedingungen. Ziel ist es, das Instrument stärker an industriepolitische Realitäten anzupassen und die Teilnahmehürden zu senken.

Die wichtigsten geplanten Änderungen im Überblick:

  • Absenkung der Klimaschutzanforderungen: CO₂-Minderungsziele sollen reduziert werden, um Projekte wirtschaftlich tragfähiger zu machen
  • Erhöhte Flexibilität: Mehr Spielraum bei Zielabweichungen und der operativen Umsetzung
  • Risikoreduktion: Erweiterte Ausstiegs- und Anpassungsoptionen bei unvorhergesehenen Entwicklungen
  • Technologieoffenheit: Stärkere Berücksichtigung von CCS/CCU-Lösungen
  • Stärkere Mittelstandseinbindung: Absenkung der Zugangsvoraussetzungen und Erweiterung der Zielgruppe
  • Beibehaltung des Auktionsmodells: Vergabe weiterhin über wettbewerbliche Gebotsverfahren

Insgesamt deutet sich damit ein Paradigmenwechsel an: weg von einem stark regulierten Förderinstrument hin zu einem flexibleren und risikoärmeren Modell, das eine breitere industrielle Teilnahme ermöglichen soll.

Damit bleiben die Klimaschutzverträge ein wichtiger Bestandteil der industriellen Dekarbonisierungsstrategie – allerdings mit deutlich angepassten Rahmenbedingungen.

 

Hohe Nachfrage bestätigt Relevanz

Bereits im Vorfeld der zweiten Programmphase (2025/26) zeigt sich ein starkes Marktinteresse: Rund 130 Projekte wurden im Vorfeld identifiziert. Das erwartete Fördervolumen liegt erneut bei mehreren Milliarden Euro (ca. 5–6 Milliarden Euro).

Ziel der Klimaschutzverträge: Investitionssicherheit für die Industrie

Klimaschutzverträge zielen darauf ab, Unternehmen langfristige Planungssicherheit zu bieten. Typischerweise laufen die Verträge über bis zu 15 Jahre und gleichen die Mehrkosten klimafreundlicher Produktionsverfahren gegenüber konventionellen Technologien aus.

Zudem schützen sie Unternehmen vor:

  • Unsicherheiten bei CO₂-Preisen
  • schwankenden Energiekosten

 

Fazit und Implikationen für Unternehmen

Die aktuellen Entwicklungen zeigen klar: Die nächste Ausschreibungsrunde für 2026 ist nicht nur in Vorbereitung, sondern wird in Umfang und Ausgestaltung deutlich erweitert.

Für Unternehmen – insbesondere aus energieintensiven Industrien – entsteht damit ein zunehmend attraktives Förderinstrument zur Absicherung von Transformationsinvestitionen.

Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck: Die nächste Ausschreibungsrunde wird voraussichtlich mit einem hohen Wettbewerb verbunden sein. Für Unternehmen, die am Vorverfahren teilgenommen haben, liegt der Fokus nun klar auf der weiteren Ausarbeitung und strategischen Positionierung ihrer Projekte.

 

Kontakt

Sie möchten wissen, ob Ihre Projekte für Klimaschutzverträge geeignet sind oder wie Sie sich optimal auf die nächste Ausschreibungsrunde vorbereiten können? Letzteres setzt eine Teilnahme am Vorverfahren voraus. 
Wir unterstützen Sie bei der Bewertung Ihrer Vorhaben sowie bei der strategischen und operativen Vorbereitung auf kommende CCfD-Ausschreibungen.

 

Ihre Ansprechpartnerin

Annemarie Reiche, Country Manager Germany bei PNO Innovation

Annemarie Reiche

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