Frühzeitig Chancen für europäische Gesundheitsinnovationen sichern
Mit dem kommenden Innovative Health Initiative (IHI) Call 13, der voraussichtlich im Sommer 2026 veröffentlicht wird, setzt die EU erneut einen klaren Schwerpunkt auf die Förderung transformativer Gesundheitsinnovationen. Bereits jetzt wurden erste indikative Themen veröffentlicht. Für potenzielle Antragsteller ist das ein wichtiger Zeitpunkt: Wer passende Projektideen, Partner und Rollen früh klärt, verschafft sich einen deutlichen Vorbereitungsvorsprung.
Inhaltlich deckt der Call ein breites Spektrum ab: von der Erforschung altersbedingter Erkrankungen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Toxikologie bis hin zur besseren Vernetzung europäischer Gesundheitsinnovationen. Für Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kliniken und Start-ups ergeben sich damit attraktive Möglichkeiten, sich in groß angelegten Public-Private-Partnership-Projekten zu positionieren.
Gerade weil IHI-Projekte komplex, industriegetrieben und stark impact-orientiert sind, lohnt sich eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den geplanten Themen und Konsortialanforderungen.
Nach aktuellem Stand sind für den IHI Call 13 drei zentrale Themenbereiche vorgesehen:
Das Topic „Decode the immuno-science of age-related mediated diseases“ zielt darauf ab, die Wechselwirkungen zwischen Alterungsprozessen und dem Immunsystem besser zu verstehen. Im Fokus stehen chronisch-entzündliche Erkrankungen, die im Alter auftreten, sowie deren molekulare Ursachen und Biomarker.
Ziel ist es, neue Ansätze für personalisierte Medizin, frühzeitige Diagnostik und innovative Therapien zu entwickeln. Dabei spielen insbesondere Multi-Omics-Daten, KI-gestützte Analysen und digitale Biomarker eine zentrale Rolle.
Ein weiteres Topic adressiert die Entwicklung eines KI-basierten Toxikologiemodells, das perspektivisch dazu beitragen soll, Tierversuche zu reduzieren.
Im Zentrum steht die Frage, unter welchen Bedingungen auf zusätzliche Tierstudien verzichtet werden kann, ohne die Patientensicherheit zu gefährden. Neben der technischen Entwicklung geht es auch um die Etablierung eines standardisierten Weight-of-Evidence-Ansatzes für regulatorische Entscheidungen.
Damit verbindet das Topic wissenschaftliche Innovation mit regulatorischer Relevanz – ein Aspekt, der für die spätere Akzeptanz und Anwendung neuer Modelle entscheidend sein wird.
Das dritte Topic fokussiert den Aufbau eines European HealthCare Incubator Network (EHCIN) zur Förderung von Start-ups im Gesundheitsbereich.
Ziel ist es, die Fragmentierung der europäischen Innovationslandschaft zu überwinden und jungen Unternehmen besseren Zugang zu Finanzierung, Infrastruktur, regulatorischer Expertise und industriellen Netzwerken zu ermöglichen.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die Vergabe von Fördermitteln an Start-ups über Financial Support to Third Parties (FSTP), um deren Entwicklung gezielt zu beschleunigen und vielversprechende Innovationen schneller in Richtung Markt und Anwendung zu bringen.
Die IHI Calls folgen einem spezifischen Förderansatz, der sich deutlich von klassischen Horizon-Europe-Projekten unterscheidet. Charakteristisch sind insbesondere:
Genau darin liegt der besondere Charakter von IHI: Forschung, Industrie und Anwendung werden von Anfang an zusammengedacht. Gleichzeitig stellt diese Struktur hohe Anforderungen an Konsortialaufbau, Projektstrategie, Budgetplanung und die Darstellung des erwarteten Nutzens.
Der IHI Call 13 greift mehrere Entwicklungen auf, die den europäischen Gesundheitssektor derzeit prägen.
Integration von Forschung und Anwendung
Die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft, Kliniken und weiteren Gesundheitsakteuren soll die Translation von Forschungsergebnissen in marktfähige und anwendungsnahe Lösungen beschleunigen.
Daten- und KI-getriebene Innovation
Alle Topics setzen stark auf datengetriebene Ansätze, insbesondere KI, Multi-Omics, digitale Biomarker und evidenzbasierte Entscheidungsmodelle. Damit greifen sie zentrale Trends der europäischen Gesundheitsforschung und Digitalisierung auf.
Stärkung der europäischen Innovationslandschaft im Gesundheitsbereich
Insbesondere durch das geplante Healthcare-Inkubatornetzwerk soll die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Start-ups und KMU im Gesundheitsbereich gestärkt werden. Der Call bietet damit nicht nur Chancen für einzelne Projekte, sondern auch für die Weiterentwicklung der europäischen Innovationslandschaft im Gesundheitsbereich insgesamt.
Erfahrungen aus bisherigen IHI Calls zeigen, dass insbesondere folgende Faktoren entscheidend sind:
Klare Ausrichtung auf Impact
Neben wissenschaftlicher Exzellenz ist eine überzeugende Darstellung des Mehrwerts für Patienten, Gesundheitssysteme, Regulatorik, Industrie und Gesellschaft entscheidend. Erfolgreiche Anträge zeigen klar, wie Projektergebnisse in die Anwendung überführt werden können.
Starke Konsortien mit komplementärer Expertise
IHI-Projekte erfordern Konsortien, die klinische, technologische, regulatorische, wirtschaftliche und industrielle Kompetenzen sinnvoll verbinden. Die Zusammensetzung des Konsortiums muss eng auf die Ziele und erwarteten Ergebnisse des Topics abgestimmt sein.
Realistische Planung von Ressourcen und Beiträgen
Die komplexe Budgetstruktur und die Anforderungen an Beiträge der beteiligten Partner erfordern eine sorgfältige Planung. Dies gilt insbesondere für die Abstimmung zwischen geförderten Partnern, Industriebeiträgen und erwarteten Projektleistungen.
Ein häufiger Fehler in der Antragstellung liegt darin, den Fokus zu stark auf die wissenschaftliche oder technologische Idee zu legen, ohne den konkreten Nutzen ausreichend zu konkretisieren.
In der Praxis zeigt sich: Erfolgreiche IHI-Projekte gehen klar vom angestrebten Impact aus – also von der Frage, welchen konkreten Beitrag sie zur Verbesserung von Gesundheitssystemen, Patientenversorgung, regulatorischen Prozessen oder industrieller Wettbewerbsfähigkeit leisten.
Für Antragsteller bedeutet das:
Nicht die Technologie allein steht im Mittelpunkt, sondern deren Anwendung, Skalierbarkeit, regulatorische Umsetzbarkeit und langfristiger Nutzen.
Wer sich frühzeitig mit diesen Fragen auseinandersetzt, kann die eigene Rolle im Konsortium gezielter definieren und die Projektidee deutlich strategischer positionieren.
Auch wenn die finalen Call-Dokumente noch ausstehen, bietet der aktuelle Informationsstand bereits eine solide Grundlage für die Vorbereitung.
Angesichts der hohen Komplexität und Wettbewerbsintensität von IHI Calls ist eine frühzeitige strategische Positionierung entscheidend. Dazu gehören insbesondere die Prüfung des Topic-Fits, die Entwicklung einer belastbaren Impact-Logik, die Identifikation geeigneter Partner und die Vorbereitung einer überzeugenden Konsortialstrategie.
PNO unterstützt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups dabei, ihre Rolle im IHI Call 13 strategisch zu definieren und wettbewerbsfähige Anträge vorzubereiten – von der ersten Topic-Analyse bis zur vollständigen Antragstellung.
Michael Hagn
Senior Consultant
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