Digitale Gesundheitstechnologien und die De-minimis-Option eröffnen neue Spielräume für MedTech-KMU
Mit der neuen Richtlinie „KMU-innovativ: Medizintechnik“ (BAnz 06.02.2026) wurde die Fassung von Juli 2024 ersetzt. Die zentrale Frage für MedTech-Unternehmen lautet: Sind die Förderbedingungen tatsächlich besser geworden oder nur anders?
Die kurze Antwort: strategisch geöffnet, aber klarer auf KMU und Transfer ausgerichtet.
Erstmals werden digitale Gesundheitstechnologien ausdrücklich im Rahmen von „KMU-innovativ: Medizintechnik“ adressiert, auch dann, wenn sie noch nicht als Medizinprodukt in Verkehr gebracht werden. Voraussetzung ist eine klare medizinische Fragestellung und eine nachvollziehbare regulatorische Perspektive.
Digitale Vorhaben waren zwar bereits zuvor förderfähig, allerdings in einem separaten Unterprogramm („Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“). Mit dessen Auslaufen werden die Förderlinien nun faktisch gebündelt und im Medizintechnik-Programm zusammengeführt.
Zudem sind nun grundsätzlich Vorhaben aller Risikoklassen möglich. Produkte der Klasse I bzw. In-vitro-Diagnostika (IVD) Klasse A sind nicht mehr pauschal ausgeschlossen, müssen jedoch hochinnovativ und technologieintensiv sein.
Für Digital-Health-Unternehmen ist das Programm damit deutlich anschlussfähiger geworden.
Neu ist die Wahlmöglichkeit zwischen:
Eine Förderung nach De-minimis ist insbesondere für Einzelvorhaben und kurze Entwicklungsprojekte interessant, da die beihilferechtliche Komplexität und damit auch der administrative Aufwand deutlich geringer ist. Zudem könnte die Bearbeitung tendenziell schneller erfolgen, da keine beihilferechtliche Einzelprüfung nach AGVO nötig ist. Für Verbundprojekte sowie größere Entwicklungsprojekte bleibt die AGVO-Förderung der Regelfall.
Die Richtlinie betont stärker als bisher die Rolle der KMU innerhalb von Verbundprojekten:
Gleichzeitig rückt die Versorgungs- und Erstattungsperspektive stärker in den Mittelpunkt der Bewertung. Reine Technologieentwicklung ohne klaren Transferpfad dürfte es schwerer haben.
Die neue Richtlinie macht die Förderung nicht automatisch einfacher. Sie wird digitaler, KMU-zentrierter und transferorientierter.
Wer diese strategische Ausrichtung berücksichtigt, findet attraktive Rahmenbedingungen. Wer primär technologiegetrieben ohne klare Verwertungsperspektive agiert, wird stärker gefordert.
Die neue Richtlinie eröffnet neue Chancen, insbesondere für digitale und klar KMU-getriebene Projekte. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transferstrategie, Anwenderintegration und regulatorische Perspektive.
Eine frühzeitige strategische Einordnung entscheidet darüber, ob ein Vorhaben im Wettbewerb überzeugt.
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"Die neue Richtlinie schafft mehr Spielraum für digitale und technologieintensive Vorhaben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transferstrategie und KMU-Anteil im Verbund. Entscheidend ist, das Projekt frühzeitig strategisch auf diese Kriterien auszurichten. "
Dr. Susann Pohlers , Senior Consultant
24/02/2026
12/02/2026
04/02/2026
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