März 23, 2026

Förderung für innovative Materialien: M-ERA.NET Call 2026

Neue Fördermöglichkeiten für internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu nachhaltigen Materialien und PFAS-Alternativen.

Was ist der M-ERA.NET Call 2026?

Innovative Materialien sind ein zentraler Baustein für die Transformation von Industrie, Energie und Mobilität. Gleichzeitig wächst der Druck, Materialien nachhaltiger zu gestalten und problematische Stoffe wie PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) zu ersetzen.

Mit dem M-ERA.NET Call 2026 eröffnet sich für Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen eine neue Fördermöglichkeit für internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Materialwissenschaften und Werkstofftechnologien. Besonders im Fokus stehen intelligente Funktionsmaterialien für adaptive Systeme sowie die Entwicklung von Alternativen zu PFAS-Chemikalien.

Der Call ist Teil des europäischen Netzwerks M-ERA.NET III, an dem Förderorganisationen aus über 35 Ländern und Regionen beteiligt sind. Ziel der Initiative ist es, internationale Kooperationen im Bereich Materialforschung zu stärken und innovative Materiallösungen schneller in industrielle Anwendungen zu überführen.

Gefördert werden vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die neue Materialien entwickeln oder bestehende Werkstoffe deutlich verbessern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Projekten mit klarer industrieller Relevanz und langfristigem Innovationspotenzial.

 

Themenbereiche im M-ERA.NET Call 2026

Der internationale M-ERA.NET Call 2026 umfasst mehrere Themenbereiche im Bereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnologien.

Für deutsche Antragsteller sind insbesondere Projekte relevant, die zu folgenden Topics beitragen:

  • Innovative surfaces, coatings and interfaces: Entwicklung neuer Oberflächen, Beschichtungen und Grenzflächen mit verbesserten funktionalen Eigenschaften.
  • Innovative functional materials with defined architectures: Materialien mit gezielt gestalteter Struktur oder Mikroarchitektur, die neue technische Funktionen ermöglichen.
  • Materials addressing environmental challenges: Materiallösungen zur Bewältigung aktueller Umwelt- und Nachhaltigkeitsherausforderungen.

Für deutsche Antragsteller gilt zusätzlich: Die Projekte müssen einen Beitrag zu mindestens einem der folgenden nationalen Schwerpunkte leisten:

1. Intelligente Funktionsmaterialien für adaptive Systeme

Ein wichtiger Fokus der Förderung liegt auf intelligenten Funktionsmaterialien, deren Eigenschaften sich durch äußere Einflüsse wie Temperatur, Licht oder mechanische Belastung verändern können.

Solche adaptiven Materialien spielen eine wichtige Rolle in zahlreichen Technologiefeldern, beispielsweise:

  • Sensorik und Aktuatorik
  • intelligente Textilien.

Gefördert werden Forschungsprojekte, die neue Materialkonzepte entwickeln und gleichzeitig zu Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit beitragen. Digitale Methoden wie Simulation, Modellierung oder KI in der Materialentwicklung sollen dabei gezielt eingesetzt werden.

2. PFAS-Substitution: Alternativen zu problematischen Chemikalien

Ein weiterer Schwerpunkt des Calls ist die Entwicklung von Alternativen zu PFAS. Diese Stoffgruppe wird in vielen industriellen Anwendungen eingesetzt, steht jedoch aufgrund ihrer hohen Persistenz und potenziellen Umwelt- und Gesundheitsrisiken zunehmend im Fokus regulatorischer Maßnahmen in Europa.

Gefördert werden Projekte, die:

  • PFAS-freie Materialien entwickeln
  • alternative Produktionsprozesse ohne PFAS erforschen
  • neue Materiallösungen mit vergleichbarer Funktionalität und geringerer Umweltbelastung schaffen

Damit unterstützt der Call zentrale europäische Initiativen wie den European Green Deal, Strategien zur Kreislaufwirtschaft sowie die Entwicklung nachhaltiger Industrieprozesse.

Wer kann Förderung beantragen?

Die Förderung richtet sich an internationale Konsortien, bestehend aus Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Voraussetzungen sind:

  • mindestens drei Projektpartner aus drei verschiedenen teilnehmenden Ländern
  • Beteiligung von Industriepartnern im Konsortium, darunter mindestens ein deutscher Industriepartner
  • eine klare Strategie für industrielle Anwendung und Technologietransfer

Diese Struktur soll sicherstellen, dass innovative Materialien nicht nur wissenschaftlich relevant sind, sondern auch wirtschaftliche Wirkung entfalten.

Förderung und Fristen

Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss für vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Je nach Organisation können unterschiedliche Förderquoten gelten:

  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen: bis zu 100 % der förderfähigen Ausgaben
  • Unternehmen: anteilige Finanzierung mit Eigenbeteiligung

Das Antragsverfahren ist zweistufig aufgebaut.

  1. Projektskizze und internationales Pre-Proposal – Frist: 12. Mai 2026
  2. Full Proposal (für ausgewählte Projekte) – Frist: 18. November 2026

Empfehlungen aus der PNO-Praxis

  1. ERA NETs wie M ERA.NET sind besonders geeignet für vorwettbewerbliche, industrienahe Materialforschung, bei der ein klarer Anwendungspfad existiert, aber ein größeres Konsortium oder die TRL-Steigerung wie in Horizon Europe noch nicht erreicht oder gewollt sind.
  2. Die Qualität und Kohärenz des Konsortiums ist erfolgskritisch: Projekte mit klar verteilten Rollen zwischen Industrie, Forschung und Entwicklung schneiden erfahrungsgemäß deutlich besser ab als akademisch geprägte Ansätze.
  3. Der zweistufige Antragsprozess erfordert frühzeitige strategische Entscheidungen: Bereits im Pre-Proposal müssen industrielle Zielanwendungen, Skalierungsperspektiven und regulatorische Rahmenbedingungen plausibel adressiert werden.
  4. Die der Förderung unterliegenden Nationalen Förderlogiken (Förderquoten, beihilferechtliche Anforderungen, förderfähige Kosten) unterscheiden sich teils erheblich zwischen den teilnehmenden Ländern und von Horizon-Europe Bedingungen. Eine frühe Abstimmung mit den jeweiligen nationalen Förderstellen ist daher essenziell.
  5. Einbettung in Förderstrategien: ERA NET Projekte eignen sich gut als Zwischenschritt in einer Förderpipeline für eine Technologieentwicklung, z. B. hin zu Horizon Europe Innovation Actions oder – bei entsprechender technologischer Reife – zu großskaligen Demonstrations- oder Investitionsprogrammen.

 

Ihre Ansprechpartnerin

Ariane Kroker

Ariane Kroker

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