Januar 09, 2026

BIK: Zweite Förderaufrufe für Modul 1 (Dekarbonisierung) und Modul 2 (CCU/CCS) gestartet

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat am 6. Januar 2026 die zweiten Förderaufrufe für Modul 1 (Teilmodule 1 und 3) und Modul 2 der Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) veröffentlicht. Unternehmen haben damit erneut die Möglichkeit, Investitions- und Innovationsprojekte zur Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie zur Anwendung von CCU/CCS-Technologien fördern zu lassen.

Vorhabenskizzen für beide Module können bis zum 28. Februar 2026 eingereicht werden.

Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) – Überblick

Die BIK unterstützt Unternehmen bei der Transformation hin zu einer treibhausgasneutralen Industrie. Gefördert werden sowohl klimafreundliche Investitionen als auch Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben. Ziel des Programms ist es, die industrielle Dekarbonisierung in Deutschland zu beschleunigen und bis 2045 rund 40 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente einzusparen.

Die BIK ist der Nachfolger unter anderem der früheren BMWK-Förderung „Dekarbonisierung in der Industrie“. Die Förderrichtlinie sowie die ersten Förderaufrufe wurden Ende August 2024 veröffentlicht. Bereits im ersten Förderaufruf konnten Unternehmen bis zum 30. November 2024 Projektskizzen einreichen (zweistufiges Verfahren).
Für die gesamte Programmlaufzeit sind laut Ministeriumsangaben rund 3,3 Milliarden Euro vorgesehen.

Modul 1: Dekarbonisierung der Industrie

Im Modul 1 stehen Vorhaben im Mittelpunkt, die Emissionen dauerhaft und möglichst weitgehend senken. Dazu zählen:

  • Investitionsprojekte, die unmittelbar zur Treibhausgasminderung in der Produktion beitragen, sowie
  • Forschungs- und Innovationsprojekte mit hohem Demonstrationscharakter und Potenzial zur Übertragung auf weitere Standorte oder Unternehmen.

Förderhöhe

    • bis zu 30 Millionen Euro pro Unternehmen für Investitionsvorhaben (Teilmodul 1)
    • bis zu 35 Millionen Euro pro Unternehmen für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (Teilmodul 3)

Projektträger Modul 1

Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI)

Modul 2: Carbon Management (CCU, CCS und Direct Air Capture)

Zeitgleich wurde der zweite Förderaufruf für Modul 2 veröffentlicht. Dieses Modul adressiert insbesondere schwer vermeidbare CO₂-Emissionen und fördert Vorhaben zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂.

Förderfähige Vorhaben

  • Investitionsvorhaben zur CO₂-Abscheidung und -Nutzung (CCU) bzw. -Speicherung (CCS), u. a. in den Sektoren
    Zement, Kalk, thermische Abfallbehandlung sowie Direct Air Capture
  • Innovationsvorhaben (F&E) für CCU-, CCS- und DAC-Technologien, auch für weitere emissionsintensive Sektoren wie
    Grundstoffchemie, Glas und Keramik

In Konsortien muss mindestens ein Unternehmen die industrielle Anwendung der Ergebnisse in Deutschland planen

Die Auswahl der Vorhaben erfolgt wettbewerblich, insbesondere anhand der Fördermitteleffizienz (CO₂-Einsparung je Förder-Euro), des Innovationsgrades sowie der industriellen Umsetzbarkeit.

Projektträger Modul 2

Projektträger Jülich – PtJ

 

Warum eine strategische Einordnung der BIK entscheidend ist

Die BIK ist ein komplexes Förderprogramm mit mehreren Modulen, Teilmodulen und unterschiedlichen Projektträgern. In der Praxis erschwert diese Struktur vielen Unternehmen den Überblick – insbesondere dann, wenn mehrere Vorhaben parallel geplant werden.

Hinzu kommen strategische und beihilferechtliche Fragestellungen, die frühzeitig adressiert werden sollten:

  • Auftrennung und Zuordnung von Vorhaben zu Modulen und Teilmodulen:
    Zwischen getrennten Anträgen dürfen keine wechselseitigen Abhängigkeiten bestehen – ein häufiger Stolperstein in der Praxis.
  • Abgrenzung zu Klimaschutzverträgen (Carbon Contracts for Difference):
    Die BIK ist nicht kumulierbar mit Klimaschutzverträgen. Unternehmen stehen daher häufig vor der Frage, welches Förderinstrument strategisch sinnvoller ist.
  • Kofinanzierung durch Bundesländer:
    Ab einem Projektvolumen von 15 Millionen Euro ist eine Kofinanzierung des jeweiligen Bundeslandes in Höhe von 30 % vorgesehen, was zusätzliche Abstimmungen und zeitliche Unsicherheiten mit sich bringen kann.

Breite Branchen- und regionale Abdeckung

In der Förderrunde 2025 wurden 38 Projekte aus zahlreichen Branchen gefördert, darunter:
Zement und andere Baustoffe, Chemie, Abfallverwertung, Direct Air Capture, Papier und Zellstoff, Nahrungs- und Futtermittel, Mineralölerzeugnisse, Asphalt, Glas, Stahl, Maschinenbau, Haushaltsgeräte sowie Kraftfahrzeuge.

Regional verteilten sich die Projekte unter anderem auf:
Nordrhein-Westfalen (11), Bayern (10), Baden-Württemberg (4), Sachsen-Anhalt (3), Thüringen (2), Sachsen (2) sowie Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Berlin und Hessen.

Gemeinsam zum erfolgreichen BIK-Förderprojekt

PNO Innovation behält für Sie den Überblick. Wir unterstützen Sie bei der strategischen Einordnung Ihres Vorhabens, der Wahl des passenden Förderinstruments, der sauberen Modul- und Projektabgrenzung sowie bei komplexen Abstimmungen mit Projektträgern und Bundesländern.

Sprechen Sie mit uns – wir helfen Ihnen, die BIK strategisch richtig zu nutzen.

Kontakt

Name: Ariane Kroker

E-Mail: Ariane.Kroker@pnoinnovation.com

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