Neue Chancen für deutsche Batterieprojekte im europäischen Forschungsverbund.
Batterien sind eine Schlüsseltechnologie für nachhaltige Energieversorgung, klimaneutrale Mobilität und industrielle Transformation. Die Anforderungen an Leistung, Sicherheit, Kosten und Nachhaltigkeit steigen. Gleichzeitig wächst der Druck, kritische Rohstoffe effizienter einzusetzen und Alternativen zu etablierten Lithium-Technologien zu entwickeln.
Mit der nationalen Förderrichtlinie liegt nun der deutsche Förderrahmen für Batterieprojekte im M-ERA.NET-Kontext vor. Im Fokus stehen neue Batteriematerialien, alternative Zellchemien und Ansätze, die Nachhaltigkeit, Sicherheit und industrielle Anwendbarkeit verbinden.
Bereits im März haben wir über den M-ERA.NET Call 2026 für innovative Materialien berichtet. Die im Bundesanzeiger veröffentlichte nationale Förderrichtlinie ergänzt diesen europäischen Call-Kontext um einen klaren deutschen Schwerpunkt: Batteriematerialien und alternative Batteriesysteme. Antragsteller sollten daher früh klären, wie Projektidee, internationales Konsortium und technologischer Nutzen zusammenpassen.
Die Batterieforschung steht vor mehreren Herausforderungen zugleich. Neue Systeme müssen leistungsfähiger, sicherer und langlebiger werden. Gleichzeitig sollen sie weniger abhängig von kritischen Rohstoffen sein und besser in eine Kreislaufwirtschaft passen.
Die nationale Förderrichtlinie greift diese Anforderungen auf. Im Mittelpunkt stehen neue Materialien, alternative Zellchemien sowie der Transfer in anwendungsnahe Batteriekomponenten und Prozesse. Gefördert werden sollen risikobehaftete Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die einen klaren technologischen Fortschritt erwarten lassen: also keine reine Produktpflege, sondern neue Ansätze bei Materialien, Komponenten, Zellchemien oder Prozessen.
Besonders interessant sind daher Vorhaben, die mehrere Ziele verbinden: bessere technische Eigenschaften, geringeren Rohstoffbedarf, höhere Sicherheit oder eine bessere Recyclingfähigkeit. Je klarer dieser Mehrwert gegenüber dem Stand der Technik beschrieben werden kann, desto überzeugender lässt sich die Projektidee einordnen.
Die Richtlinie nennt mehrere technologische Anknüpfungspunkte für förderfähige Vorhaben. Dazu zählen unter anderem:
Wichtig ist: Die genannten Beispiele ersetzen keine individuelle Prüfung. Ob ein Vorhaben tatsächlich passt, hängt vom konkreten Projektansatz, dem Innovationsgrad und der Einbindung in ein transnationales Konsortium ab.
Der Call richtet sich an Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Auch kleine und mittlere Unternehmen können eine wichtige Rolle spielen, insbesondere wenn sie spezielle Technologien, Materialien oder Prozesskompetenz in das Konsortium einbringen.
Da M-ERA.NET auf internationale Zusammenarbeit ausgerichtet ist, reicht eine gute Einzelidee allein nicht aus. Projekte müssen im transnationalen Verbund umgesetzt werden. Dafür braucht es mindestens drei Partner aus drei teilnehmenden Ländern oder Regionen. Die Partnerstruktur, die Aufgabenteilung und der europäische Mehrwert müssen deshalb von Anfang an mitgedacht werden.
Für deutsche Antragsteller ist zudem relevant, dass zum Zeitpunkt der Auszahlung eine Betriebsstätte, Niederlassung oder entsprechende Einrichtung in Deutschland vorhanden sein muss.
Für Unternehmen kann die Förderung eine Chance sein, eigene Entwicklungen gemeinsam mit Forschungspartnern und internationalen Industrieakteuren schneller voranzubringen. Gleichzeitig steigen aber auch die Anforderungen an Abstimmung, Antragstellung und Projektlogik.
Für den Call 2026 ist das Verfahren bereits weit fortgeschritten; die nationale Skizzenfrist für deutsche Antragsteller lag Anfang Juni. Für neue Projektideen dürfte daher vor allem die frühzeitige Vorbereitung auf die angekündigten M-ERA.NET Calls 2027 und 2028 relevant sein.
Die neue Förderrichtlinie ist in jedem Fall relevant, weil sie die deutschen Rahmenbedingungen für Batterieprojekte konkretisiert und Orientierung für kommende Einreichungen gibt.
Interessierte Organisationen sollten frühzeitig prüfen:
Gerade bei europäischen Verbundprojekten zahlt sich eine frühe Vorbereitung aus. Ein tragfähiges Konsortium, klare Arbeitspakete und eine plausible Verwertungsstrategie sind oft entscheidend für die Erfolgschancen.
Ob ein Vorhaben zu M-ERA.NET passt, hängt nicht nur vom Thema ab. Entscheidend sind auch Förderfähigkeit, Konsortium, Innovationsgrad und Verwertungsstrategie.
Sie arbeiten an neuen Batteriematerialien, alternativen Zellchemien oder innovativen Batteriekomponenten? Oder Sie sind unsicher, ob Ihre Technologie in den Batterie-Schwerpunkt passt und ob sich ein transnationales Konsortium lohnt? Dann prüfen wir mit Ihnen die Förderfähigkeit und die passende Antragsstrategie für M-ERA.NET.
Ariane Kroker
Senior Consultant
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